Rapper Blumio spricht Klartext
Blumio ist ein Rapper, der seinen eigenen Weg geht. Er disst seine Feinde nicht, sondern findet andere Methoden. Er redet keinen Bullshit, sondern lieber über Haie. Blumio macht einfach sein Ding. Auch im Interview.
DSC: Hallo Blumio, stelle dich doch bitte einmal unseren Lesern vor!
Hallöschen. Meine Name ist Blumio Bluminofski, ich bin 24 Jahre alt und atme und esse gerne. Das ist quasi mein Lebensmittelpunkt. Nebenbei mache ich noch sehr gerne Musik. Im Allgemeinen würde man das als Sprechgesangsmusik bezeichnen, die jungen Leute sagen auch Rap dazu. Ich habe im vergangenen Jahr 2009 mein erstes Solomusiksammelwerk „Yellow Album“ auf den Markt gebracht und bin auf viel positive Zustimmung gestoßen. Yippiiee!!
DSC: Wie kam es zu deinem Künstlernamen und seid wann gibt es dich als Blumio?Mein Künstlername ist quasi auch mein Spitzname aus meiner Jugend. Meine Freunde haben früher immer auf dem Spielplatz an Benzin geschnüffelt. Das fand ich... sag ich mal etwas dubios haha aber das waren halt leider meine Freunde also saß ich immer mit denen dabei und habe denen beim halluzinieren zugeschaut. Eines Tages meinte dann ein Kumpel von mir, seine Benzinflasche an seine Nase haltend:“Ey Junge. Du bist ja voll der blumige – Du bist ja voll der Blumio!! Hahaha“ Alle amüsierten sich köstlich und am nächsten Tag in der Schule hat mich jeder so genannt.
DSC: Dein Song „Hey Mr. Nazi“ hat eine ernste Message im Gegensatz zu Songs wie beispielsweise „H*D*G*D*L“ und „Lass mal über Haie reden“, wie kommt es zu solch unterschiedlichen Tracks?Weil ich mir einfach die Freiheit herausnehme und das mache, was mich inspiriert. Ich bin halt sehr schnell von mir gelangweilt, also will ich mich immer wieder auf unbekannte Pfade trauen. Meine Lieder sind so bunt wie das Leben. Manchmal ist es ernst und manchmal ist es eben heiter. „Wääääähhhhhhhh!!!“ (Weinendes Geräusch) „Yuhuuuuuuuu!!!“ (sich freuendes Geräusch)
DSC: Möchtest du eher für ernste Themen oder spaßige Tracks stehen?Ich möchte für Emotionen stehen! Darum geht es mir hauptsächlich. Kunst ohne Emotionen ist nichts wert. Ob das nun Freude, Trauer, Harmonie, Hass was auch immer ist. Ich möchte es bis zum Maximum zelebrieren. Aber ich stehe wahrscheinlich automatisch eher für meine spaßigen Songs, weil aufm Album mehr spaßige als ernste Lieder drauf sind. Ich weiß ja was Du meinst ;)
DSC: Wie kommt man auf die Idee über Haie einen Track zu schreiben oder seinen Gegner von Gorillas vergewaltigen zu lassen? Von was lässt du dich im Allgemeinen für deine Songs inspirieren?Darüber möchte ich nicht reden. Das hat mit einem Erlebnis aus meiner Kindheit zu tun. Als ich im Zoo war... und da... waren diese Gorillas. Ich wollte sie doch nur mit Bananen füttern... aber sie... AAHHHH!!!!! Hahaha ach was. Um ganz konkret auf die Frage zu antworten: Erst mal habe ich eine Grundidee. Meistens ist das ein Satz aus dem Refrain. Das ist quasi die Grundvoraussetzung – eine schöne Hook. Dann mach ich ein Brainstorming und gucke was wie in 3 Strophen rapbar ist. Oft erstell ich dann ne Mindmap und und und. Irgendwann bring ich‘s dann auf Papier und diese Gorillaideen und so kommen mir dann beim Brainstorming. Ach die Musik inspiriert mich dabei natürlich auch. Ich schreibe keine Songs bevor ich nicht die passende musikalische Begleitung dazu hab.
DSC: Im vergangenen Sommer hast du dein „Yellow Album“ veröffentlicht, hat es deine Erwartungen erfüllt, die du persönlich an es hattest?Mehr als das! Die Resonanz war ja großartig. Gar nicht mal nur aus der Hip Hop Szene. Viele feiern mich ja als einzigen Hip Hopper, den man sich heutzutage anhören kann. Und das war nicht anzusehen. Damals als ich das Album gemacht hab, war NUR Gangsterrap überall. Jeder neue Rapper der rauskam warn Gangsterrapper. Aber ich hab mir gedacht ich mach einfach mein eigenes Ding. Hab ich ja schon immer gemacht. Aber ich hatte ja keinen der das vor mir gemacht hat, also wusste ich auch nicht wie das überhaupt ankommt und ich hatte da natürlich bissi Bammel. Aber zum Glück ist ja alles gut gegangen. Danke noch mal an meine netten, geistreichen, toleranten Fans.
DSC: Würdest du sagen, dass du tatsächlich über YouTube die meiste Aufmerksamkeit für dich generiert hast? Wie lange hat es gedauert bis du spürbares Feedback erhalten hast?Deeeeeeeeeeefinitiv. Ja. Also an unseren Videos merkst Du ja auch, dass da nicht besonders viel Geld da war. Wir wurden ja kurz vor Album Release quasi ausgeräumt und wir standen da mit nem Berg von Schulden und Null Budget. Weil unsere damalige Geschäftspartnerin uns herbe übern Tisch gezogen hat. Also mich und Rusbeh aka Don Tone meinen Produzenten. Und da haben wir schon überlegt, ok was machen wir jetzt. Da haben wir uns entschlossen alles selber zu machen. Homepage, Videos etc alles. Haben uns alles selber noch mal beigebracht und gemacht. Großen Stoff gekauft für Greenscreen und damit rumprobiert. Und das wär dann auch niemals bei MTV oder so gelaufen. Aber das geile am Internet ist halt, dass Du auch als armer Künstler mit ner guten Idee viel Aufmerksamkeit erhalten kannst. UND ich möchte hier auch betonen, dass ich dies geschafft habe ohne Skandale und andere Leute Mütter beleidigen. Sondern nur mit der Liebe für die Sache. Dann ging auch alles echt schnell. Zack Video reingestellt und alle haben‘s sich rumgeschickt, rumgezeigt. Sowas nennt man ja auch virale Videos hab ich mir sagen lassen, weils sich wien Virus von einem zum anderen rasant überträgt. Aber mein Virus ist n guter. Wie der Schimmel bei Schimmelkäse haha
DSC: Wie viel Arbeit steckt in deinen Videos? Manche sind ja richtig kleine Filme („Antigewaltsong“), andere wie „Hey Mr. Nazi“ beschränken sich eher auf das Wesentliche. In den Video steckt sehr viel Arbeit und sehr wenig Geld. Wir haben uns von Freunden ne Kamera geliehen, Uns noch Licht besorgt und los gings. Wir mussten ja quasi lernen und dabei noch drehen. Aber wir werden immer besser. Aber was ich hier noch mal sagen muss: Es macht immer verdammt Spaß die Dinger zu drehen. Die Schauspieler in den Videos sind ja alles Freunde von uns und wir lachen uns immer kaputt. Da fällt die Arbeit leichter. Das Schneiden und Farbe und so bearbeiten macht dann weniger Spaß.
DSC: Was macht Blumio im richtigen Leben beruflich?Musik ist keine brotlose Kunst mehr für mich. Es wirft schon ein paar Krümel ab. Ich mache das momentan hauptberuflich. Daher freu ich mich über jede käuflich erworbene CD, T-Shirt oder Konzertkarte. Danke noch mal an alle Käufer meines ersten Solomusiksammelwerks!!
DSC: Was kann man 2010 von dir erwarten?Erwartet das Unerwartete! Ach ja, und mein zweites Soloalbum. Es wird bombig.
Foto: © blumio.netNEWS TAGGEN
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